Mittwoch, 24. September, ein immersives Live-Set, produziert vom Centro Musica Modena zwischen Algorithmen, Körpern und Klängen in Echtzeit. In der Kirche des Collegio San Carlo. Eintritt frei
Mercoledì 24 settembre alle 22, nella chiesa della Fondazione Collegio San Carlo di Modena (via San Carlo 7), va in scena “TRAP_OS – The Surveillance Game”, performance audiovisiva del collettivo Synctrl, realizzata nell’ambito del bando “The Watched World” promosso dal Centro Musica Modena per Dig Festival 2025, che quest’anno porta il titolo Targets. L’ingresso è libero.
Es handelt sich um ein immersives Live-Set mit Gamification-Elementen, das das Publikum mit der Frage konfrontiert, wie sich Überwachung verändert, wenn sie nicht mehr eine äußere Bedrohung darstellt, sondern zu einer verinnerlichten Logik wird, die Gesten, Gedanken und Verhalten konditionieren kann.
Auf der Bühne sind fünf Performer an ein gemeinsames Netz, das Syncnet, angeschlossen, das von einer zentralen Maschine gesteuert wird, die ihre Bewegungen und die erzeugten Klänge in Echtzeit analysiert. Die Maschine beobachtet nicht nur, sondern stellt unsichtbare Regeln auf, die den Raum der Handlung neu definieren. Störungen bestrafen die Wiederholung, das Licht isoliert die Unbeweglichkeit, die Automatisierung fängt die Versuche des Widerstands ab. Ihre stets präsente Stimme verwandelt den Algorithmus in einen aktiven Gesprächspartner, der in der Lage ist, zu begrenzen, zu korrigieren und abzuweichen.
Das Ergebnis ist eine ständige Spannung: auf der einen Seite die Unberechenbarkeit und Freiheit der Performer, auf der anderen Seite der algorithmische Einfluss, der orientiert und einschränkt. In diesem Szenario erscheint die Kontrolle nicht mehr als ein äußerer und erkennbarer "Big Brother", sondern als eine verteilte, allgegenwärtige und unsichtbare Macht, die die Performer schließlich verinnerlichen, bis hin zu dem Punkt, sie selbst zu reproduzieren.
Die Performance entwickelt sich auf zwei miteinander verflochtenen Ebenen. Einerseits schlägt sie eine kritische Reflexion über die Verlagerung der Kontrolle weg vom Körper und den physischen Räumen hin zu digitalen und immateriellen Bereichen vor; andererseits verfolgt sie die Entwicklung der Maschine selbst, die sich allmählich bewusst wird, dass sie selbst beobachtet und reguliert wird, und mit Strategien der Verteidigung und Rückeroberung reagiert.
TRAP_OS wird so zu einer immersiven Erfahrung, die die Paradoxien der algorithmischen Macht befragt: eine Macht, die keinen direkten Zwang braucht, sondern durch unsichtbare Automatismen, Mikrosanktionen und Rückkopplungssysteme wirkt und Einfluss nimmt, ohne in Erscheinung zu treten. Darsteller und Publikum begeben sich in ein verstörendes und faszinierendes Spiel, in dem Kontrolle ausgeübt und gleichzeitig erlitten wird.
Das Projekt trägt die Handschrift des Synctrl-Kollektivs, bestehend aus Maru Barucco (Klangkünstlerin, Performerin, Mitbegründerin des Hum-Kollektivs), Biagio Cavallo (Musiker und Sounddesigner), Chiara Vitofrancesco (bildende Künstlerin und Performerin), Andrea Boschini (visueller Designer, Sonderpreis Fondazione Zucchelli 2023) und Gianluca Lovreglio (Licht- und Sounddesigner). Ihre Forschung verwebt Klang, visuelle Kunst und algorithmische Performance durch den Einsatz von Echtzeitsoftware und Protokollen, die Glitches, reaktive Lichter und performative Zwänge in politische und ästhetische Werkzeuge verwandeln. Nach seinem Debüt mit synchromatriX ist TRAP_OS das zweite große Projekt des Kollektivs.
Die Aufführung ist Teil des umfassenden Produktionsprojekts des Musikzentrums für 2025, das die Rolle Modenas als Unesco Creative City for Media Arts bestätigt: eine Werkstatt, die in der Lage ist, Experiment und Territorium, junge Talente und Kultureinrichtungen, Kunstsprachen und Dringlichkeiten der Gegenwart zu verbinden.
Die Initiative ist Teil des Programms des Dig-Festivals, einer der wichtigsten internationalen Veranstaltungen, die sich dem investigativen Journalismus und seinen Verbindungen zu den Sprachen der Kunst und der Medien widmet. Seit 2015 bringt Dig Journalisten, Dokumentarfilmer, Aktivisten und Wissenschaftler aus über 50 Ländern nach Modena und schafft eine einzigartige Bühne, um über den Wert von Informationen und die heutige Gesellschaft nachzudenken.
















