Am Samstag, den 10. Mai, wird der Tonführer vorgestellt, mit dem man den Monumentalfriedhof San Cataldo und den Friedhof Aldo Rossi mit neuen Augen - und Ohren - erkunden kann.
Am Samstag, den 10. Mai um 15 Uhr wird das Projekt "La città dei vivi, la città dei morti. Ein klangvoller Führer durch den Friedhof von Modena", ein innovatives Projekt, das Geschichte, Architektur, Musik und Technologie durch einen Rundgang in Etappen verbindet. Der Termin findet am Eingang des Friedhofs San Cataldo von der Piazza Setti aus statt, auf der Seite der Blumenhändler. Die Teilnehmer werden gebeten, ein ausreichend aufgeladenes Smartphone, einen Kopfhörer und die Bereitschaft mitzubringen, sich durch eine immersive Reise führen zu lassen. Durch Einrahmung eines QR-Codes erhält man Zugang zu einer interaktiven digitalen Karte, die es ermöglicht, einen Rundgang zu machen, um den Friedhof kennenzulernen und die Geschichten seiner Bewohner zu hören. In der abstrakten und geometrischen Sprache der Architekten Rossi und Braghieri sowie zwischen den Marmorengeln und Inschriften des monumentalen Friedhofs nimmt eine vielschichtige Erzählung Gestalt an, die einen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Stille und Geschichte zu schaffen vermag.
Der Audioguide begleitet die Besucher auf einer faszinierenden Route, die zwei Friedhöfe umfasst, die aneinander grenzen und gleich groß sind, sich aber in Bezug auf Alter und Konzeption grundlegend unterscheiden. Auf der einen Seite der monumentale Friedhof aus dem 18. Jahrhundert, der von Francesco III. d'Este in Auftrag gegeben wurde und eines der ersten Beispiele für einen außerstädtischen Friedhof in Italien darstellt, und auf der anderen Seite der moderne Teil, der in den 1970er Jahren von Aldo Rossi und Gianni Braghieri entworfen wurde und ein emblematisches Beispiel für zivile Architektur ist, unvollendet und mit einer starken symbolischen Ladung.
Die Stimmen der Toten, interpretiert von Modeneser Bürgern und Schauspielern, erzählen die Geschichte der Stadt durch den Filter der individuellen und kollektiven Erinnerung. Neben den großen Persönlichkeiten, die auf dem monumentalen Friedhof begraben sind - von Enzo Ferrari bis zur Schauspielerin Virginia Reiter, vom Olympioniken Alberto Braglia bis zum Bürgermeister der Befreiung Alfeo Corassori - kommen auf dem neuen Friedhof ganz normale Menschen mit ihren Alltagsgeschichten zu Wort, stille Protagonisten der "Stadt der Toten" und moralischer und chorischer Spiegel der "Stadt der Lebenden".
Die Audiospuren profitieren von einer sorgfältigen und stimmungsvollen Musikauswahl mit originellen Neuinterpretationen klassischer Stücke von Ravel, Beethoven, Mahler, Mendelssohn und dem berühmten Danse macabre von Saint-Saëns.
Die Erfahrung des Besuchs des neuen Friedhofs von Aldo Rossi, der am Portikus beginnt, der den historischen Friedhof vom neuen Friedhof trennt, ist mit einem völlig anderen Register konstruiert: Hier beginnt etwas völlig anderes, metaphysisches und niemals gleiches, mit den Stimmen der Verstorbenen, die den Besucher durch eine dekonstruierte und dadaistische Erfahrung führen, in der Musik, manchmal obsessiv und manchmal hypnotisch, sich zwischen den elementaren geometrischen Formen, die den Entwurf bilden, in einer Verbindung von Raum und Klang von großer emotionaler Spannung einnistet.
Der Rundgang am 10. Mai umfasst auch eine Reihe von Aufführungsterminen zu bestimmten Zeiten und an bestimmten Orten, bei denen Schauspieler und Schauspielerinnen ausgewählte Texte live vortragen (15.45 Uhr und 16.00 Uhr Aufführung vor dem Grab von Virginia Reiter; 16.00 Uhr und 16.15 Uhr Aufführung vor dem Grab von Enzo Ferrari; 16.15 Uhr und 16.30 Uhr Aufführung vor dem Eingang zum jüdischen Friedhof; 16.45 Uhr und 17.00 Uhr Aufführung im Kubus des Neuen Friedhofs). Der Rundgang endet im modernen Teil des Friedhofs, wo nach dem Anhören der gemeinsamen Geschichten seiner Bewohner über Kopfhörer eine Tanzaufführung stattfindet.
Neben dem Audioguide umfasst das Projekt auch eine eigene digitale Plattform: cimiteromonumentale.comune.modena.it, auf der Archivdokumente, Fotos, thematische Einblicke, Audioinhalte und andere nützliche Materialien abgerufen werden können, um das Wissen über den Ort zu erweitern.
Die Plattform ist als ein fortlaufendes, interaktives und für neue Inhalte offenes Projekt konzipiert, bei dem im Laufe der Zeit weiteres Material und Beiträge von Bürgern gesammelt werden sollen.
"Die Stadt der Lebenden, die Stadt der Toten. A Sound Guide to the Cemetery of Modena" ist eine Initiative der Kulturabteilung der Stadt Modena im Rahmen des Programms "Modena Unesco Creative City for Media Arts", in Zusammenarbeit mit dem Centro Musica und dem Historischen Stadtarchiv, mit Unterstützung der Region Emilia-Romagna. Der Friedhof San Cataldo gehört zu den 31 monumentalen und historischen Friedhöfen, die von der Region Emilia-Romagna im Rahmen des regionalen Gesetzes zur Förderung der Anerkennung, Aufwertung und Unterstützung dieser Stätten anerkannt wurden.
An dem Projekt, das von Silvia Sitton (Konzeption, Koordination und Texte), Silvia Berselli (historische Recherchen und Texte), Francesco Fantoni (Interface und Grafik) und Corrado Nuccini (Kuratierung und musikalische Produktion) in Zusammenarbeit mit den Friedhofsdiensten der Stadtverwaltung kuratiert wurde, haben zahlreiche Fachleute mitgewirkt, darunter der Architekt Lucio Fontana, Lorenzo Marra für die musikalische Produktion und Abmischung sowie das Musikensemble bestehend aus Alessandro Trabace, Lorenzo Saini, Lorenzo Valdesalici, Maru Barucco und Antonio Maria Rapa. Zu den Schauspielerstimmen gehören unter anderem die von Salvo Cotrino, Fausto Ferri und den Schauspielern der Compagnia delle Mo.Re.



















