Die beiden Unesco-Kreativstädte für Medienkunst bauen gemeinsam die "Stadt der Bäume". Beim Alberi Festival (Modena, 7.-13. April) widmet sich eine Ausstellung der deutschen Stadt und der Beziehung zwischen Natur und Mensch.

Modena-Karlsruhe. Die italienische Hauptstadt des Grüns und die deutsche "Fächerstadt", die bereits zu den Unesco Creative Cities for Media Arts gehören, arbeiten Seite an Seite an der Verwirklichung einer Vision: "die Stadt der Bäume zu bauen". Dies ist das Ergebnis einer Vereinbarung zwischen der Stadt Modena und der Stadt Karlsuhe, die gemeinsam das Alberi Festival (Modena, 7.-13. April) veranstalten werden, das erste Architekturfestival, das der Idee gewidmet ist, dass Bäume ein Modell und ein Werkzeug sein können, um die zeitgenössische Stadt zu erforschen, zu gestalten und umzugestalten.

Die Wahl Karlsruhes als Partner für das Alberi Festival ist kein Zufall", erklärt der Kulturstadtrat der Stadt Modena, Andrea Bortolamasi, "nach unserer Ernennung zur Stadt der Medienkunst haben wir in der Tat eine privilegierte Beziehung zu der deutschen Stadt aufgebaut, die eine der innovativsten Realitäten im Bereich der digitalen und multimedialen Kunst in ganz Europa ist. Aber hinter dieser besonderen Beziehung steht auch ein weiterer gemeinsamer Aspekt. Modena ist die Stadt von Cesare Leonardi und die italienische Stadt mit den meisten Bäumen im Verhältnis zur Einwohnerzahl", so die Stadträtin weiter, "Karlsruhe, auch bekannt als "Fächerstadt", ist einer der Orte, an denen versucht wurde, eine visionäre Begegnung zwischen Mensch und Natur zu schaffen, mit dem Wunsch, eine physische und greifbare Verbindung zum Wald aufzubauen. Eine Art Manifeststadt, in deren Struktur der Koexistenzpakt zwischen Mensch und Bäumen, den unser Festival feiern und entwickeln will, explizit gemacht wird.

Eine besondere Beziehung zwischen Modena und der deutschen Stadt, die nun in der Zusammenarbeit mit Karlsruhe konkrete Formen annimmt. Karlsruhe ist der besondere Gast der ersten Ausgabe des Alberi Festivals mit der Ausstellung "Karlsruhe, der Stadt-Fan", die am Dienstag, den 8. April um 17.30 Uhr im Pavillon "Progettare con gli alberi" (via Nicolò Biondo 106) eröffnet wird. Zu sehen sind zwei Installationen, die dem Publikum eine sowohl technologische als auch poetische Umsetzung der vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT), einer der bedeutendsten technischen Universitäten Europas, durchgeführten Arbeiten zur Erforschung der Natur im städtischen Kontext bieten werden.

Die erste, "Treespotting", ist eine Videoinstallation von Arturo Romero Carnicero und Javier Argota Sánchez-Vaquerizo, die die Abtastung eines bedeutenden Platanenbaums in Karlsruhe zwischen den Gebäuden der Fakultät für Architektur wiedergibt und dem Betrachter eine immersive Erfahrung bietet, bei der Details der Struktur, der Textur und des räumlichen Kontexts des Baums sichtbar werden.

"Close encounters", ein Projekt von Miguel Paredes Maldonado, besteht aus einer visuellen und akustischen Kartierung von Karlsruhe aus der Perspektive seiner nicht-menschlichen Bewohner, Tiere und Pflanzen, die mit Hilfe eines winzigen digitalen Geräts realisiert wird, das visuelle, akustische und umweltbezogene Datenströme außerhalb der Grenzen der menschlichen Aufmerksamkeit und Wahrnehmung erfasst. Die Installation zeigt ein "urbanes Feld", das radikal umgekehrt und komplementär zu dem ist, was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen.

Im Sommer schließlich kommt das Modenese Festival nach Deutschland, um eine erste internationale Ausgabe zu veranstalten, die sich mit dem Gedankengut von Cesare Leonardi und der Architektur der Bäume beschäftigt. Die Ausstellung mit dem Titel "Bäume und Körper" wird vom 26. Juni bis zum 6. Juli in den Hallen des Fasanenschlösschens zu sehen sein.